Bled, der Brillant unter den „Perlen der Alpen“

Das Ostufer des Bleder Sees mit Kirche, Stadt und Burgberg. Das Ostufer des Bleder Sees mit Kirche, Stadt und Burgberg.

von Hannes Krois
Gewidmet meinem Freund Janez Fayfar!

add

Jede Epoche hat ihre Menschen. Aber Janez Fayfar, Sprachkünstler, Historiker, einstiger Direktor der legendären Villa Bled und langjähriger Bürgermeister der einzigartigen Tourismusgemeinde Bled hätte nahezu in alle Zeiträume der Weltgeschichte gepaßt. Janez Fayfar ist ein waschechter Oberkrainer und eine lebende Legende zugleich. Das wundersame Bled ist des Bürgermeisters Herzenssache. Somit vermittelt der studierte Historiker all den Touristen immer gerne die Geschichte von Bled und vom wunderbaren Triglav-Nationalpark. Und das in mindestens zehn Sprachen sowieso. In der „runden“ Geburtstagswoche des in Slowenien höchst bekannten Janez Fayfar war ich für diese Reportage auch in Bled dabei.
Das romantische Bled ist neben Piran, Görzer Hügelland, Isonzo Tal, Ptuj, Marburg und Laibach eines der attraktivsten touristischen Stätten Sloweniens. Bled mit seinem märchenhaften See und der kleinen Insel samt Kirche Maria Himmelfahrt und „Wunschglocke“ ist ein Magnet für die Menschen. Bis hinein in die Jungsteinzeit finden sich Reste menschlichen Lebens. Über die vielen Jahrhunderte der Bischöfe von Brixen bis hin zum Schweizer Gesundheitspapst Arnold Rikli, zum serbischen König und auch Tito gestaltete sich die Region um den Bleder See zu einer menschlichen Faszination.
Heute ist Bled eine Hochburg des sanften Tourismus, der Wanderer, Golfspieler, Radfahrer, Wassersportler, Romantiker und Feinschmecker. Denn speziell kulinarisch tut sich hier in der Region zwischen Karawanken und Julischen Alpen einiges. Für jeden Besucher von Bled ist schon einmal die Cremeschnitte ein Muß! Von der Original Bleder Cremeschnitte spricht man in den heimischen Konditoreien. Seit ihrer Erfindung wurden in Bled an die 12 Millionen Stück dieser himmlischen Cremeschnitten verkauft. Die sündhaft gute Schnitte besteht aus einem goldbraun gebackenen Blätterteigboden mit Butter, einer Füllung aus herrlicher Vanillecreme und Obersschicht samt einer Blätterteigschicht als oberer Abschluß. Dann noch Puderzucker drauf und fertig ist das oftmals kopierte, aber niemals wirklich erreichte kulinarische Goldstück. Das Original gibt es eben nur in Bled. Achtung! Diese Bleder Cremeschnitte hat Suchtpotential. Genug Grund nach dem Cremeschnittenkonsum auch einen der herrlich klaren regionalen Bauernschnäpse zu probieren. Weniger kulinarisch köstlich ging es in Veldes (heute Bled) ab dem Jahr 1854 zu. In diesem Jahr entwickelte der Färber und später als Sonnenarzt berühmt gewordene Schweizer Naturheilkundler Arnold Rikli seine atmosphärische Kur. Sonne, Wasser und Luft waren die heilenden Mittel. Dazu vegetarische Speisen, kein Alkohol und Tabak. Abseits von der sich entwickelten Schulmedizin präsentierte Arnold Rikli Kuraufenthalte in der Bleder Natur in voller Freiheit. Die Rikli-Kuren in Bled wurden europaweit ein Renner. In kürzester Zeit. Im damals sehr prüden Europa war der Naturismus, den Rikli für erfolgreiche Kuren einforderte, kein Problem. Somit waren alle Kurteilnehmer auch bei den Wanderungen auf die Berghügel nackt. Bled war eine der allerersten FKK-Stätten überhaupt. Alle Jahre wieder kommen die Nachfahren des Schweizer Naturheilkundlers Arnold Rikli nach Bled. Original Schweizer aus dem Familienverbund der Rikli`s, die natürlich auch in der Geburtstagswoche von Janez Fayfar in ihrer geliebten Stadt Bled wiederum einkehrten. Bürgermeister Janez Fayfar, der begnadete Historiker und Tourismusexperte war vor seiner Wahl zum Gemeindeoberhaupt lange Jahre zuvor Direktor der legendären „Villa Bled“(www.vila-bled.si) . Dieses einzigartige Hotel wurde in Titos persönlicher Residenz eingerichtet. Tito liebte sein staatliches Anwesen an einer der schönsten Plätze direkt am Bleder See samt Strandliegen und Bootshaus gegenüber der kleinen Insel. Das Hotel „Villa Bled“ ist ein absolutes Highlight für Nostalgiker und Romantiker. Für Feinschmecker zudem auch. Nirgendwo kann man so schön frühstücken wie eben unter den Gartenarkaden der Villa Bled. Ein Hammer sind das Präsidentenzimmer und der Kinosaal. Einzig das Hotel Triglav (www.hoteltriglavbled.si) auch mit bestem Blick auf die Insel und das Grand Hotel Toplice (www.hotel-toplice.com) können in dieser Klasse mithalten.

Alljährlich treffen sich die Nachfahren des berühmten Schweizers Arnold Rikli in Bled. Das Foto zeigt Bgm. Janez Fayfar mit den „Rikli`s“.

Eine Oase ist der glasklare See von Bohinj mit der Kirche St. Johannes.

Janez Fayfar und Jaka Kusterle mit den Spezialitäten des Kochs.

Kopenhagen hat die Meerjungfrau, der Wocheiner See die eiserne Gemse.

Über dem steilen Felsen direkt beim See präsentiert sich die Bleder Burg in bizarrer Schönheit. Zu den Begrüßungsgläsern mit Malvasier für die Schweizer Rikli-Nachfahren gesellt sich auch Janez Fayfars Freund Jani Klemencic. Dieser betreibt das Restaurant Chilly in Bled. Zudem ist Jani Klemencic (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) erfolgreicher Betreiber einer Manager-Schule. Zwischen einem und fünf Tagen dauern diese wundersamen „Seelenmassagen“. Besonders Banker sind vom Angebot angetan. Schlußendlich endet alles in der „Gemeinsamkeit des Bootes“. Was Ruderboote angeht, ist Jani Klemencic die erste Adresse in Slowenien. Mit 21 Jahren holte er 1992 bei der Olympiade in Barcelona Bronze und zugleich die allererste Medaille für das junge Slowenien. Bei den Olympiaden in Atlanta 1996 erreichte Jani den vierten Platz, in Sydney 2000 ebenso den vierten Platz und in Athen 2004 den neunten Platz. Janez Fayfar ist in Bled äußerst beliebt. Die Oberkrainer-Gastfreundschaft ist mit Schnaps und Wein besiegelt. Demnach „vertschüssen“ wir uns in die nahe Wocheiner Gebirgslandschaft zur wunderbaren Ortschaft Bohinjska Bistrica (Wocheiner Feistritz). Hier unweit der Kirche St. Johannes zeigt sich der Gebirgssee klar und voll mit Forellen. Die Luft ist erfrischend und leicht gewürzt durch die Waldungen des Triglav-Naturschutzgebietes. Das macht Appetit auf ursprüngliches und schmackhaftes Essen. Jaka Kusterle ist ein begnadeter Koch. Sein neues Gasthaus samt einiger Gästezimmer liegt inmitten einer Hochebene des Triglaver Urwaldes in Gorjuse 6, Bohinjska Bistrica (www.rocnjek.kelih.com, Tel. 00386/41335902). Hier in einer Höhe von 1000 Meter Seehöhe gibt es es einen großen Wildbestand. Auch Bären und Wölfe durchstreifen das Gebiet. Ganz klar, daß Jaka Kusterle Allerbestes vom Wild präsentiert. Da tut er sich wahrlich schwer, ein Geheimtipp zu bleiben.

Jani Klemencic mit seiner Olympia-Medaille von Barcelona 1992.

Haupteingang zur Villa Bled. Janez Fayfar war hier Direktor.

Publiziert in Slowenien

Impressum / Datenschutz

Facebook