Therme Banovci mit FKK-Camping in Slowenien

Inmitten der idyllischen Region Prlekija liegt die Therme Banovci. Inmitten der idyllischen Region Prlekija liegt die Therme Banovci.

von Hannes Krois
Das Land ist flach und weit.

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Im Winter verweht der Wind aus der pannonischen Tiefebene den Schnee. Im Sommer glänzen die Kornfelder in der Sonne. Der östliche Wind bringt die Kornhalme zum Tanzen, hier in der slowenischen Prlekija. Die Mur ist die Grenze zur Prekmurje. Die sogenannte kulinarische „Löffelgegend“. Ehemals bis zur Staaten-Aufteilung nach dem I. Weltkrieg ein Teil von Ungarn. Die heutige slowenische Region Prlekija grenzt an den nördlichsten Teil Kroatien. Die Mur verbindet und trennt hier die Menschen. Am anderen Ufer der Mur in der Region rund um Murska Sobota sprechen viele ältere Menschen noch Ungarisch. Es gibt hier das spezielle Gulasch Bogratsch und die Vierschicht-Gibanica aus Mürbteig mit Topfen, Mohn, Apfel und geriebenen Nüssen als ganz besondere kulinarische Spezialitäten. Diesseits der Mur in der Prlekija, dem Grenzland zu Kroatien gibt es die regionale Gibanica nur mit Topfen gefüllt. Das Mehl für die Gibanica stammt von den Feldern. Täglich wird in der his- torischen hölzernen Schiffsmühle am diesseitigen Ufer der Mur in Verzej das Getreide zu Mehl gemahlen. Wie im Jahre 1927, als diese Mühle in Betrieb genommen wurde. Verzej (früher Wernsee) liegt nur 25 Kilometer flußabwärts von Bad Radkersburg. Also wahrlich keine Entfernung in diese völlig andere Welt. Die Menschen in der Prlekija nennen ihr Land „Kaiserland“. Es war das habsburgische Grenzland und auch Steiermark zugleich. Heute ist man hier stolz auf die Stajerska. In der kommunistischen Zeit versuchte man restliches Deutschtum und die Geschichte von hunderten Jahren zu beseitigen. Das ist nicht gelungen. Nach dem Riesenschock rund um den Konkurs der riesigen Textilfirma Mura in Murska Sobota sind die Menschen froh, daß sie in den Thermenhotels in Bad Radkersburg oder bei anderen steirischen und burgenländischen Firmen arbeiten können. An den kleinen Straßen säumen sich kleine Dörfer mit einzelnen Häusern aus des Kaisers Zeiten. Immer noch wunderbare Fassaden, die irgendwann einmal nicht mehr sind. Zeugen einer langen Geschichte. Einer Geschichte mit der Steiermark. Einer friedlichen Zeit, in der die Deutschen vorrangig in den Städten und die Slowenen in den Dörfern und Bauernhäusern wohnten. Mit dem Ausgang des I. Weltkrieges war dann alles vorbei. Das Flachland von Verzej bekommt in Ljutomer (Luttenberg) und Jerzusalem wunderbare Hügel. Es ist hier die Weingegend mit klassischem Terrassenanbau. Noch aus der Zeit von Erzherzog Johann. Mit der Bedrohung der Rebzikade wurden zahlreiche Rebanlagen abgeholzt und mit neuen Reben bestückt. Dafür haben die Weine von Jeruzalem und Ormoz höchste Qualitäten erreicht. Allein der Muskateller-Sekt vom Weingut Puklavec ist nahezu zum „Niederknien“.

Ab Ostern startet in der Therme Banovci alljährlich die FKK-Saison. Bis 1. November können die FKK-Fans den Campingplatz nutzen.

Die Familienhäuser sind bestens eingerichtet.

Padrone Ignac Rajh mit Tochter Tanja und Enkel Leon, dem Küchenchef.

Für Kinder ist die Wasserwelt in der Therme ein Riesen-Vergnügen.

Über viele Jahre war Frieda Horvaths Fischrestaurant in Polana bei Murska Sobota ein Treffpunkt der Feinschmecker. Diese Ära ist leider vorbei. Jetzt sind die Restaurants Zorko in Krizevci und Rajh (www.rajh.si) in Bakovci die absoluten kulinarischen Adressen. Gastro-Padrone Ignac Rajh kann durchaus höchst froh sein und mit seinen Freunden mehrmals in der Woche Rommé spielen, denn Tochter Tanja Pintaric hat die „Gos- tilna“ voll auf Schuß gebracht und dabei ein wahres Kochgenie, der 23 jährige Sohn Leon als Küchenchef. Leon, ein Absolvent der Tourismusschule Bad Gleichenberg samt weiterer Erfahrung im Steirereck und bei „Fabios“ in Wien, vollbringt den kulinarischen Saldo, eben regionale Rezepte mit regionalen Produkten soweit zu veredeln, daß man sich unweigerlich im Kulinarik-Himmel vorfindet. Das Entenlebermousse perfekt. Die Gänseleber hohe Klasse. Die Steinpilzsuppe nicht mehr zu übertreffen. Der klassische Tafelspitz hätte auch dem Kaiser Joseph als dessen Leibgericht geschmeckt. Von den Dessert-Variationen darf man ja noch träumen. Der Rajh hat von Dienstag bis Samstag durchgehend von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Sonntag von 11,30 bis 16 Uhr. Das Dinkelbrot aus dem Körbchen ist schon ein Gedicht. Dinkel (Buchweizen) und Rollgerste feiern in der Region kulinarische Feste. Die damaligen mittelalterlichen Speisen mit diesem Getreide fehlen bei keinem Essen. Leckere Bistro-Gerichte präsentiert Leons Schwester Valentina in der Bistro Uno in Murska Sobota (www.uno-rajh.com). Rund acht Kilometer von der „Gostilnja“ Rajh entfernt, liegt inmitten der Naturlandschaft die Therme Banovci. Eine kleine, überschaubare und sehr gemütliche Therme mit nahezu familiärem Charakter. Höchst freundlich alle Mitarbeiter. Nach dem überaus herzlichen Empfang kann ja nichts schief gehen. Die Hotel-Anlage Zeleni gai hat 24 schmucke Zimmer mit Balkon. Dazu Familienhäuser im Ressort mit insgesamt 40 Zimmern. Die Therme Banovci beinhaltet ein Hallen- und Freibad, Massageräume und eine abgeschlossene Sauna.Eintritt ab 16 Jahre. Eine Oase, in der man wirklich Ruhe finden kann. Freundliche Kellner auch im Bistro und im Speisesaal. Das kulinarische Angebot hebt sich im Vergleich zu anderen slowenischen Thermenhotels deutlich nach oben ab. Die Köche setzen auf regionale Spezialitäten. Als Beilagen sind Buchweizen und Dinkel immer dabei. Das Hotelrestaurant wird überdurchschnittlich oft von den Bewohnern der Region für Geburtstagsfeiern und Hochzeiten genutzt.
Wenn es wärmer wird, wird auch das große Erlebnisbecken mit den Rutschen aktiviert. Gleichzeitig öffnet sich die Therme Banovci auch als FKK-Ressort. Konkret ab Ostern bis 1. November ist sodann Banovci die einzige FKK-Anlage Sloweniens. Somit wird auch der Campingplatz für die Wohnwägen, Wohnmobile und Zeltler geöffnet. Die FKK-Fans haben in ihrem abgeschlossenen Bereich ihren eigenen Thermalwasser-Pool und einen Whirlpool. So hat die Therme Banovci den einzigen FKK-Campingplatz neben einem Thermalwasserpark. Die Camping-und FKK-Gäste haben zudem kostenlosen Eintritt in den Textil-Wasserpark. Die derzeitigen Kosten für eine Person am Campingplatz liegen bei 15 Euro pro Tag. Kinder bis 6 Jahren gratis. Für Radler, Wanderer, Romantiker, Geschichtler, Weinfreunde und Feinschmecker sind die Urlaubstage in der Therme Banovci höchst attraktiv. Die Grenze nach Kroatien mit den wunderbaren Städten Varazdin und Cakovec ist nahe. An der Mur in Kroatien kann man sogar Goldschürfen. So gibt es rund um die Therme lohnende Ausflugsziele.
Therme Banovci
Infos unter Tel. +386 2 513 1440, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die alte hölzerne Murmühle in Verzej ist einen Besuch wert.

Die Sauna in der Therme ist auf Qualität und Ruhe aufgebaut.

Publiziert in Slowenien

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