Die Tauplitz-Alm ist die Schnee-Hölle Österreichs

Schönstes Winter-Panorama auf der Tauplitz-Alm. Hier ist die traditionelle „Schneehölle“. Wer Schnee und Skifahren liebt, ist hier goldrichtig. Schönstes Winter-Panorama auf der Tauplitz-Alm. Hier ist die traditionelle „Schneehölle“. Wer Schnee und Skifahren liebt, ist hier goldrichtig.

von Hannes Krois
Schnee und nochmals Schnee.

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Soviel Schnee, dass man froh war, wenn die Hände sich in einer Hütte auf der Tauplitzalm am Schnapstee-Häferl so richtig erwärmen konnten. Die Tauplitz verbindet mit mir ganz persönlich einen Reigen der Kindheit,der Jugend und späterer Zeiten mit meinen Kindern, die hier das Skifahren erlernten. Das ehemalige Hotel  „Sonnenuhr“ bei der Liftstation in Tauplitz und die  Christa Mayrhofer, die Witwe einer der zwei Mayrhofer-Brüder prägten meine jugendliche Beziehung zu Tauplitz. „Sonnenuhr“-Chef war ein toller Trainer der Damen-Ski-Mannschaft. Christa Mayrhofer heiratete Billa-Gründer Karl Wlaschek. Die Gebrüder Mayrhofer errichteten 1954 eine Weltsensation, nämlich den längsten Sessellift der Welt von Tauplitz auf die Tauplitzalm. Ganze 4,2 Kilometer lang. Damit bekam die „Schneehölle Tauplitzalm“ einen enormen Zuspruch durch die Skifahrer, die in diesen Jahren den Skisport nach dem Krieg neu entdeckten. Die Tauplitzalm ist seit Generationen „Bauernland“. Insgesamt sind es 34 Bauern, die heute noch ihre Rinder auf die Alm zum „Sommerurlaub“ bringen. Es sind heute Ochsen und Kalbinen. Also von vierbeiniger „Oxn-Liab“ keine Spur. Die Milchwirtschaft mit all der Romantik der Sennerinnen gibt es nicht mehr. Mit dem Bau der Tauplitzalm-Alpenstraße im Dezember 1961 wurde die Tauplitzalm österreichweit zum Zentrum der Skifahrer. Die rund neun Kilometer lange Mautstrecke hat ihren Start in Bad Mitterndorf unweit des Gasthauses Neuwirth, wo die „Conchita Wurst“ aufgewachsen ist. Mit der Freundschaft zu Herbert Hierzegger eröffneten sich mir völlig neue Einblicke über die Tauplitzalm. Sehr spannende Geschichten. Die Tauplitzalm war mit all den unglaublichen Schneemassen das langjährige Trainingsgebiet der Langlaufnationalmannschaften aus Rußland, Polen, Deutschland und Österreich. Die Loipen hatten mit all dem Naturschnee eine Vorbildwirkung innerhalb von Europa. Ein grandioser Start für eine touristische Entwicklung.

Christian Hinterschweiger in seiner Ski-Manufaktur.

„Die Tauplitz“ Betriebsleiter Martin Eder im nagelneuen Pisten-Bully.

Auf der Tauplitzalm wurden dann all die Schlepplifte gebaut. Auf  den Schneiderkogel, auf den Lawinenstein usw. Diverse Hütten zum Einkehren waren in einfacher Form da oder wurden errichtet. Zum Beispiel die Grazerhütte. Hier wirkte der legendäre Heinrich Harrer von 1929 bis 1931 als Hüttenwirt. Das sogenannte Reischlhaus von 1961 ist der heutige Kirchenwirt. Mitte November 2018 sitze ich im beliebten Gasthof Hierzegger mit dem Gastronom und Tourismus-Obmann für die gesamte Region Ausserland-Salzkammergut Herbert Hierzegger. Mit dabei auf dem Tisch in der Gaststube ein selbstgemachter Zirbenschnaps der besten Qualität. Herbert erzählt einmal die Geschichte der Hierzegger`s. Speziell von Opa Viktor Hierzegger. Damals, als es Naturschnee auch schon im November in Hülle und Fülle gab, da wohnte die Familie Hierzegger im Ort Tauplitz. Viktor Hierzegger war Landwirt, Holzknecht und natürlich auch Berg-und Skiführer. Vorrangig fürs Holzschleppen errichtete Viktor einen Schlepplift. Den konnten natürlich auch die begeisterten Skitouristen nutzen.

Vor dem „großen Schnee“ stehen die Gondeln in der Garage.

Skifahren auf der Tauplitz-Alm ist konkurrenzloses Natur-Erlebnis.

Zudem errichtete der Liftpionier von 1947 bis 1954 eine drei Kilometer lange Material-Seilbahn bishin zum „Brandner-Bauer“. Gleichzeitig wurde damals die Hierzegger-Jausenstation errichtet. Heute ist es der Gasthof Hierzegger, der mittlerweile Stammgäste aus ganz Europa hat. In Zeiten des Klimawandels ist Schnee überall heiß begehrt. Es geht vorrangig gar nicht mehr nur um Naturschnee, sondern um eine bestimmte Kälte, damit man mit all den Schneekanonen Kunstschnee auf die Pisten schießen kann. Es geht auf der Tauplitzalm um 43 Kilometer Pisten und somit um eine Fläche von 100 Hektar Fläche. Auf der Tauplitzalm gibt es vier Sessellifte und 12 Schlepplifte. Im Winterbetrieb sind 70 Mitarbeiter bei der Tauplitzer Fremdenverkehrs-Gesellschaft im Einsatz. Betriebsleiter ist Martin Eder, der gerade noch bei Saisonstart einen neuen Pisten-Bully testen kann. Die 80 Gondeln in der Station und die sieben Pisten-Bully warten nur mehr auf Minus-Temperaturen. Besser wäre sowieso Naturschnee. Auch Marketing-Chef Mag. Bernhard Michelitsch wünscht sich den Start auf der Tauplitzalm sehr herbei. Dann haben auch die Gästhöfe auf der Tauplitz-Alm geöffnet und alles läuft wie am Schnürchen. Rund 2000 Gäste pro Tag nutzen die Tauplitz-Lifte. Die Pisten sind Top und das Schnee-Erlebnis ist perfekt. Zudem sind die 20 Kilometer an Langlaufloipen sind perfekt. Beim Skifahren geht es vorrangig um Ski, Bindung und Skischuhe. Was in Altausee die Lederhos`n, ist in Tauplitz und Mitterndorf der Ski. Der Terminator gegen die Massenware Ski ist Christian Hinterschweiger www.hiliski.at. Hinterschweiger war Skispringer. Dann Sprungski-Tester bei Atomic fürs Service der Springer. Seine Liebe zu weststeirischer Esche, zur perfekten Holzarbeit und zur Perfektion startete die Idee, die allerbesten Skier für den speziellen Kunden zu bauen. Länge, Radius, Breite und Design auf den Kunden abgestimmt. Der Ski ist perfekt in all den Schichten. Nahezu ein Wunderwerk der Handwerkskunst. Und was das Design angeht, ist fast alles möglich, was erlaubt ist.

Herbert Hierzegger: In seinen Familien-Genen lebt die Tauplitz-Alm pur.

Viktor Hierzegger, der Erbauer des ersten Schleppliftes Österreichs mit Gästen.

Über Generationen finden Skifahrer ihre Ski-Erlebnisse auf der Alm.

Publiziert in Österreich

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