Niedersachsens Städte Braunschweig und Wolfenbüttel

Umrahmt von historischen Gebäuden lädt der Braunschweiger Weihnachtsmarkt mit seinen liebevoll geschmückten Ständen zum Bummeln ein. Umrahmt von historischen Gebäuden lädt der Braunschweiger Weihnachtsmarkt mit seinen liebevoll geschmückten Ständen zum Bummeln ein.

von Dorian Krois
Die Fahrt von Wolfsburg in das schöne Braunschweig dauerte mit dem Zug nur 20 Minuten.

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Hier zeigt sich erneut, dass Niedersachsen bei weitem mehr zu bieten hat, als den natürlich ebenfalls beeindruckenden „Neuwagengeruch“ in der Autostadt Wolfsburg.
Seit der Stadtgründung durch Heinrich den Löwen, wurde Braunschweig über die Jahrhunderte durch die Welfen und die Hanse geprägt. Heute ist Braunschweig mit rund 250.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt zwischen Hannover und Berlin und überzeugt als attraktive Einkaufsstadt, lebendige Kulturstadt und als Zentrum einer der beiden forschungsintensivsten Regionen Europas.
Aber auch das Mittelalter wird hier in den verwinkelten Gassen des Magniviertels mit kleinen Fachwerkhäusern oder auf dem Burgplatz mit seinen historischen Gebäuden ebenso erlebbar wie das urbane Lebensgefühl in der pulsierenden Einkaufsstadt. Auf kurzen Wegen ist alles zu erreichen, was eine Großstadt ausmacht – genauso wie die herrlichen Park- und Naturlandschaften, die entlang des Flusses Oker am Rand der Innenstadt für Ruhe und Ausgleich sorgen. In der Stadt Heinrichs des Löwen ist das Mittelalter auch heute gegenwärtig. Der bronzene Löwe, den der Welfenherzog als erste freistehende Plastik nördlich der Alpen auf dem Burgplatz errichten ließ, ist bis heute das Wappentier der Stadt. Das Original kann in der Burg Dankwarderode besichtigt werden. Auf dem Burgplatz ist eine naturgetreue Nachbildung zu sehen. Im vergangenen Jahr feierte der Braunschweiger Löwe übrigens seinen 850. Geburtstag – wahrscheinlich, denn exakt belegen lässt sich dieses Datum nicht.
Rund 4000 Kunstwerke aus 3000 Jahren Kunstgeschichte können im generalsanierten und vor einem Jahr wiedereröffneten Herzog Anton Ulrich-Museum bestaunt werden, das zu den größten und bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands zählt. Die Liste der in der Sammlung vertretenen Künstler liest sich dabei wie ein „Who is Who“ der Kunstgeschichte: Rubens, Rembrandt, Vermeer, Cranach, Dürer, Holbein, Goya, Beckmann und Picasso. (www.museum-braunschweig.de). Eine Besonderheit ist das Residenzschloss. Dieses hat eine äußerst wechselhafte Geschichte erlebt, die bis ins Jahr 1717 zurückreicht. Damals wurde am Bohlweg das erste Residenzschloss errichtet, das 1830 abbrannte. Danach entstand ein neues Schloss in spätklassizistischen Formen, das im Krieg beschädigt und 1960 endgültig abgetragen wurde. Die weitgehend wiederaufgebaute dreiflügelige Schlossanlage, die heute wieder das Stadtbild und besonders den Bohlweg prägt, wurde 2007 fertiggestellt. Heute ist die Stadtbibliothek im rechten Flügel des Schlosses mit ihren jährlich 435.000 Besuchern der beste Beleg für die breite Akzeptanz der Kultureinrichtungen im Schloss. Ähnliches gilt für die übrigen Institutionen wie Stadtarchiv, Veranstaltungszentrum Roter Saal und natürlich auch das Schlossmuseum.
Nur wenige Kilometer von Braunschweig entfernt und durch eine kurze Bahn- oder Busfahrt wirklich sehr leicht zu erreichen, befindet sich Wolfenbüttel. Klingelt es hier bei Ihnen? Die Stadt ist der Stammsitz von Jägermeister. Der weltbekannte Kräuterlikör ging von Wolfenbüttel aus in die weite Welt. Denn nicht nur bei uns, sondern vor allem in den USA wird Jägermeister gerne getrunken. Wer jetzt aber denkt, an jeder Ecke in der Stadt würde sich die Marke mit Schild, Fahne und Verkostungsständen präsentieren, irrt. Wäre auch schade, denn dann würde man noch die ganzen „putzigen“ Fachwerkhäuser übersehen, die die pittoreske Altstadt prägen. Als erste planmäßige Renaissancestadt war Wolfenbüttel übrigens über drei Jahrhunderte die Residenz der Welfenherzöge. Durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont und durch ihre Bürger mit Liebe und Verstand erhalten, präsentiert sich die Altstadt mit ihren mehr als 600 Fachwerkhäusern, der bekannten Herzog August Bibliothek (hier befindet sich mit dem Evangeliar Heinrichs des Löwen auch eines der teuersten Bücher der Welt), dem Lessinghaus, der ersten protestantischen Kirche und dem prachtvollen Schloss wie noch zu Zeiten des Hofes. Gotthold Ephraim Lessing wirkte von 1770 bis zu seinem Tode im Jahre 1781 in Wolfenbüttel, durch ihn wurde die Stadt zu einem Zentrum der Aufklärung. Lessing ist zu verdanken, dass zahlreiche Schätze, die in der Herzog August Bibliothek verborgen waren, an das Licht der Öffentlichkeit kamen. Ihm zu Ehren, nennt sich die Stadt daher seit einigen Jahren „Lessingstadt Wolfenbüttel“. Nach einem Besuch der gemütlichen „Schloß-Schänke“, selbstverständlich mit Verkostung eines für Wolfenbüttel obligatorischem Jägermeisters, endete hier meine Niedersachsen-Reise. Schade eigentlich! Weitere Informationen zur großartigen kulturellen Vielfalt und den Angeboten unter www.9staedte.de.

Das Braunschweiger Residenzschloss hat eine wechselhafte Geschichte.

Das Schloss Wolfenbüttel beherbergt heute zwei Schulen und ein Museum.

Denkmal für Herzog August den Jüngeren in Wolfenbüttel.

Fachwerk-Ensemble in einer der verwinkelten Gassen von Wolfenbüttel.

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