Unter Deck: Eine Nacht auf der „Alex“ in Bremen

Die „Alex“ ist das neue Wahrzeichen an der Weserpromenade Schlachte, im Jahr 2015 wurde es zum Hotel- und Restaurantschiff umgebaut. Die „Alex“ ist das neue Wahrzeichen an der Weserpromenade Schlachte, im Jahr 2015 wurde es zum Hotel- und Restaurantschiff umgebaut.

von Dorian Krois
„Sail away, dream your dream...“

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Spätestens jetzt weiß jeder (Mann), worum es geht: das Becks Schiff. Wer träumt nicht davon, das werbung-gesteuerte Abenteuer selbst einmal nachzuerleben und auf dem Schiff zu übernachten? Ich träumte nicht, ich tat es!
1906 in Bremen auf der Bremer Werft AG „Weser“ als Feuerschiff gebaut, lotste die damalige „Reserve.Sonderburg“ als schwimmender Leuchtturm bis in die 1980er-Jahre die Schiffe auf der Nord- und Ostsee. Leuchttürme auf dem Festland lösten das Feuerschiff ab, es wurde außer Dienst gestellt. Seine zweite Karriere begann als Segelschulschiff „Ale- xander von Humboldt“. In dieser Zeit erhielt der Rumpf seine grüne Farbe. Zusammen mit den 1035 Quadratmetern grüner Segel ist sie das Markenzeichen der Bark. Als „Alexander von Humboldt“ hat das Schiff über 500.000 Seemeilen zurückgelegt, ist zwölf Mal über den Atlantik gesegelt, hat zwei Mal das berühmt berüchtigte Kap Hoorn umrundet. Nun ist die „Alex“ an der Weserpromenade Schlachte beheimatet und verfügt nach einem großen Umbau zum Hotel- und Restaurantschiff über vierzig Übernachtungsmöglichkeiten. Um zu den Kajüten mit so passenden Namen wie „Sailingmaster“ zu kommen, musst Du – ganz wie es sich auf einem Schiff gehört – zunächst ein paar steile Treppenstufen hinab. Tipp: Rückwärts runter gehen, hoch aber vorwärts. Das unterschreibt man sogar beim Einchecken, kein Scherz, also zumindest für die Treppen-rückwärts-runter-gehen-Sache. Die Kabinen sind klein, das (moderne) Bad schon geräumiger. Fazit: Etwas für echte Fans und jene die sich mal als Matrose fühlen wollen. Seekrank wird man an Bord übrigens nicht, die „Alex“ ist fest verankerkt. Infos: www.alex-das-schiff.de.
Die alte Hansestadt an der Weser, blickt auf eine 1.200 Jahre währende Geschichte zurück. Aufgrund der Lage im Binnenland, gute 50 km von der Nordseeküste entfernt, lebt Bremen von und mit dem Meer. Beein- druckende Orte wie der Marktplatz, die Bötcherstraße und das Schnoorviertel zeugen von der glanzvollen Vergangenheit. Heute zählt Bremen immer noch als Welthafen sowie Welthandelsplatz in aller Herren Länder. Da passt es auch gut, dass sich im Ratskeller unter dem Rathaus das größte Lager deutscher Weine befindet. 144 Ratskeller gibt es in Deutschland. Der Bremer ist mit seinen mehr als 5000 Quadratmetern nicht nur der mit Abstand größte, er beherbergt auch die weltweit größte Lagerstätte deutscher Weine. Auch der älteste deutsche Fasswein ist hier zu Hause: der 1653er Rüdesheimer Rosewein. Herr über die Ratskeller-Weine ist seit 1989 Kellermeister Karl-Josef Krötz. Die Hauptaufgabe von Krötz ist der Einkauf bei deutschen Winzern und die spätere Vermarktung des Weines mit dem Ratskeller-Label – dem Bremer Staatswappen. Der Weinverkauf liegt jährlich im Schnitt bei 350.000 Flaschen. Viele davon gehen ins Ausland. Nach der Erkundung des beeindruckenden Weinlagers geht es wieder ein paar Treppen hinauf in das Traditions-Restaurant „Bremer Ratskeller“. Hier werden typische Gerichte in wirklich außergewöhnlichem Ambiente serviert. Besonders empfehlenswert ist die Nordseescholle mit Krabben. Infos: www.ratskeller-bremen.de.

An Board der „Mercedes“ kommt man an so manch edler Yacht vorbei.

Die neue MS Helgoland fährt ab Cuxhafen nach Helgoland.

Alljährlich im August findet das internationale Festival Maritim im Bremer Stadtteil Vegesack statt. Das außergewöhnliche Open-Air Spektakel zieht alljährlich rund 120.000 BesucherInnen nach Bremen-Nord. Dieses Mal waren 32 Bands dabei. Zum Bummeln und Genießen ist das Festival auf jeden Fall einen Besuch wert.
Als Abschluss der wunderschönen Reise besuchte unsere kleine Journalistengruppe Helgoland. Die Reederei Cassen Eils bietet das ganze Jahr hindurch eine Linienverbindung nach Helgoland an. Die Abfahrtshäfen sind Cuxhaven, Bremerhaven und Büsum. Also ging es mit dem Zug vom Bremer Hauptbahnhof nach Cuxhaven und von dort mit der MS Helgoland in einer ca. 2,5 stündigen Fahrt auf Deutschlands einzige Hochseeinsel. Ich staunte nicht schlecht, zumal ich mir ein Fährschiff etwas anders vorgestellt haben. MS „Helgoland“ ist eines der modernsten Schiffe Europas, alleine schon durch den Antrieb. Und es ist groß, hell und modern gebaut. Außerdem besonders gut stabilisiert, was ich auch sehr zu schätzen wusste. Nach der Ankunft am Hafen passieren Besucher eines der Wahrzeichen der Insel - die bunten Hummerbuden. Wo einst Fischer ihre Ausrüstung unterbrachten, lädt heute eine maritime Meile mit kleinen Ausstellungen, Kunst und Bistros zum Bummeln und Stöbern ein. Nur etwa 1.400 Menschen leben auf dem nur einen Quadratkilometer großen "Roten Felsen", der zum Bundesland Schleswig-Holstein gehört. Im Sommer kommen bis zu 10.000 Besucher pro Tag. Die Hauptinsel ist in Unter-, Mittel- und Oberland geteilt. Zum Oberland gelangen Besucher entweder über 184 Stufen zu Fuß oder mit einem Fahrstuhl. Wegen des grandiosen Ausblicks ist ein Spaziergang auf dem 2,8 Kilometer langen Klippenweg besonders lohnenswert. Er führt auch an der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit Helgolands vorbei - der „Langen Anna“, einem schmalen roten Buntsandsteinblock. Auch kulinarisch hat Helgoland eine Besonderheit zu bieten: Zu den Spezialitäten gehört neben wirklich frischem Fisch und Hummer der Helgoländer Knieper. Die Scheren des Taschenkrebses sind eine besondere Köstlichkeit. Außerdem ist die Insel ein Einkaufsparadies, denn sie ist zollfreie Zone und von der Mehrwertsteuer befreit. Ob Alkohol, Parfümerie-Artikel, Mode, Schmuck oder Zigaretten – das Angebot günstiger Artikel ist groß. Pech ist halt, wenn man nur mit Handgepäck reist...

Kellermeister Karl-Josef Krötz ist der Hüter des „Schatzes“ im Ratskeller.

Helgoland ist ein „Duty free“ Paradies und bei Tagestouristen beliebt.

Unglaublich leckere Nordseescholle mit Krabben im Bremer Ratskeller.

Nettes Ambiente und köstliche Kreationen in der „Wohnküche“.

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