Frankfurt am Main – eine Stadt im Höhenrausch

Frankfurts berühmte Skyline. Deutschlands Finanzmetropole ist die Stadt mit den meisten Wolkenkratzern in der Bundesrepublik. Frankfurts berühmte Skyline. Deutschlands Finanzmetropole ist die Stadt mit den meisten Wolkenkratzern in der Bundesrepublik.

von Dorian Krois
In Frankfurt am Main prallen Welten aufeinander:

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Moderne Wolkenkratzer neben gotischen Türmen und alten Fachwerkhäusern, geschäftiges Treiben, gemütliche Apfelweinlokale und eine breite Kulturszene – Frankfurt hat viel mehr zu bieten als „nur“ Banken. Die Stadt am Main ist zwar die Finanzmetropole in Deutschland, besitzt ein bedeutendes Messezentrum und zudem eines der wichtigsten Flughafendrehkreuze Europas. Hochhäuser prägen die Skyline, nicht selten wird die Stadt deshalb „Mainhattan“ genannt.
Angekommen am gigantischen Flughafen, der täglich von Wien nahezu im Stundentakt und von Graz mehrmals täglich angeflogen wird, geht es unkompliziert und günstig mit der S-Bahn weiter in die Innenstadt. Um mir einen  ers- ten Überblick zu verschaffen, zieht es mich auf den „Main Tower“ im Bankenviertel, Frankfurts höchs- ten Aussichtspunkt. Schon die Aufzugsfahrt mit dem 18 km/h schnellen Lift ist ein Erlebnis. Dabei können einem schon einmal die Ohren zu gehen. Von oben hat man dann einen eindrucksvollen Ausblick weit über die Stadt hinaus. Nur schwindelfrei sollte man sein, denn die Aussichtsplattform befindet sich in 200 Metern Höhe. Die kurze Wartezeit samt Sicherheitskontrolle und Gepäck-Screening wie am Flughafen, sofern man eine Tasche dabei hat, sowie der Eintritt von 7,50 Euro lohnen sich wirklich. Wer als Liebespaar dem siebten Himmel ganz nahe sein will, der kann das hier ebenfalls: Jeweils Freitag vormittags überlässt der Hessische Rundfunk sein Fernsehstudio in der 53. Etage dem Frankfurter Standesamt – und damit dem Brautpaar, das sich in luftiger Höhe trauen lässt. Frankfurts Wolkenkratzer sind einmalig in Deutschland. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch das Interesse von Besuchern beständig ansteigt. Außerdem hat Frankfurt neben den Touristen etwa 300.000 Pendler, die Tag für Tag zur Arbeit in die Stadt kommen.

In Frankfurt treffen moderne Wolkenkratzer auf gotische Türme.

In der „Alten Oper“ gastieren regelmäßig international renommierte Orchester.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sind alle Sehenswürdigkeiten der Stadt gut zu erreichen. Wem das auf Dauer doch zu anstrengend wird, der kann natürlich auch das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz benutzen oder sich in den „Ebbelwei-Express“ setzen. Die bunt bemalte Straßenbahn tingelt gemütlich durch die Stadt, ein „Ebbelwei“ ist inklusive. Womit wir auch schon beim wichtigsten Getränk der Stadt angekommen wären: dem Ebbelwei, oder Äppelwoi (Apfelwein würden die Einheimischen zu ihrem Lieblingsgetränk niemals sagen). Wer das hessische Nationalgetränk einmal probieren möchte, sollte sich unbedingt auf den Weg in das Viertel Alt-Sachsenhausen (auch „Dribbdebach“ genannt, also auf der anderen Seite des Mains) machen. Hier reihen sich viele alteingessessene und urige Apfelweinlokale, wie zum Beispiel „Dauth-Schneider“ oder „Frau Rauscher“, aneinander. Dazu gibt es „Handkäs' mit Musik“ (Sauermilchkäse in einer würzigen Marinade), echte „Frankfurter“ oder die ebenfalls sehr traditionelle Rindswurst. Die berühmte Frankfurter „Grüne Soße“ darf dabei natürlich auch nicht fehlen – diese überzeugt durch die Frische von sieben Kräutern und wird mit hart gekochten Eiern und Salzkartoffeln serviert.

Seit dem 15. Jahrhundert bildet der „Römer“ das Rathaus der Stadt.

Das hessische Nationalgetränk „Äppelwoi“ traditionell serviert.

Sollte man etwas mehr Zeit mitbringen, empfehle ich einen Besuch des Palmengartens. Im Frankfurter Stadtteil Westend wurde dieser 1871 eröffnet und ist mit seinen 22 Ha einer der größten Gärten seiner Art in Deutschland und neben dem Zoo Frankfurt die grüne Oase in der Mainmetropole. Über 140 Jahre Tradition und die Vielfalt von 13.000 subtropischen und tropischen Pflanzen machen den Palmengarten zum beliebten Erholungsort für die Frankfurter Stadtbevölkerung. Ein breit angelegtes Veranstaltungsprogramm bietet darüber hinaus Feste, Führungen, Vorträge und viele Überraschungen, die ein großes Publikum anziehen. Das Kulturangebot der Mainmetropole kann sich überhaupt wirklich sehen lassen. Die Museumslandschaft ist so vielseitig wie in kaum einer anderen Stadt. Das sogenannte Museumsufer zwischen Eisernem Steg und Friedensbrücke hält vom Film- bis zum Architekturmuseum für jeden Geschmack etwas bereit. Auch von hohem kulturellen Wert ist der berühmteste Sohn der Stadt: Johann Wolfgang von Goethe. Goetheplatz, Goethestraße, Goethe-Universität – überall stößt man auf die Spuren des Dichters.
Während die Banken ihr „Wettbauen“ von Hochhäusern in der Innenstadt mittlerweile eingestellt haben, wächst die Frankfurter Skyline dennoch in rasantem Tempo weiter.  In der Gattung Wohnhochhaus kann die Mainmetropole bald einen neuen Rekord aufstellen: Deutschlands höchstes Wohnhochhaus wächst zurzeit am Rand des Europaviertels empor. Der 172 Meter hohe „Grand Tower“ soll noch heuer fertiggestellt werden und ist mit luxuriösen Annehmlichkeiten wie unter anderem privatem „Sunset Deck“ und einem „Rooftop Garden“ voll auf die Bedürfnisse von internationalen Kaufinteressenten zugeschnitten. Diese dürften bei Preisen von etwa 10.000 Euro pro Quadratmeter aber wohl auch hier unter sich bleiben...

Bulle & Bär vor der eindrucksvollen Kulisse der Frankfurter Börse.

Neubau der Europäischen Zentralbank im Stadtteil Ostend.

Einen spektakulären Überblick bietet die Aussichtsplattform des „Main Tower“.

Publiziert in Deutschland

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