Die Königsallee und die „längste Theke der Welt“

Der MedienHafen mit den innovativen Gebäuden internationaler Star-Architekten wie Frank O. Gehry ist ein beliebter Szenetreff. Der MedienHafen mit den innovativen Gebäuden internationaler Star-Architekten wie Frank O. Gehry ist ein beliebter Szenetreff.

von Dorian Krois
Düsseldorf - Königsallee:

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Bei meinem ersten Besuch in der Rheinmetropole stand als erstes ein Besuch der mondänen Shoppingmeile, eine der bekanntesten ihrer Art in Europa, auf dem Programm. Sie hieß einst Neue Allee, Mittelallee oder wurde wegen ihres Baumbestandes auch Kastanienallee genannt: Die Königsallee in der Düsseldorfer Innenstadt.
Die prächtigen Bäume von damals sind geblieben, der heutige Name jedoch ist ein internationales Markenzeichen für wohlhabende Shoppingtouristen geworden. Auf der „Kö“, wie die Königsallee kurz genannt wird, stoßen Besucher auf den ersten Blick vor allem auf Luxus und Exklusivität. Die etwa einen Kilometer lange Shopping- und Flaniermeile führt von der Friedrichstadt bis zum Hofgarten und gilt als meistbesuchte Luxusstraße in Deutschland. In dem 32 Meter breiten Graben, der die Kö in eine Westseite mit vielen Banken und Luxushotels und in eine vom hochklassigen Einkaufstempeln dominierte Ostseite teilt, fließt das Wasser der Düssel, des Flusses, der der Landeshauptstadt Düsseldorf seinen Namen gibt. Das Thema Mode ist auf der „Kö“ eindeutig vorherrschend. Dem Prachtboulevard verdankt die Stadt ihren Ruf als eine der elegantesten Shopping-Metropolen der Welt.

Die Königsallee (Kö) ist die zentrale Luxusmeile der Stadt.

Blick auf den „Kö-Graben“, der die Königsallee in zwei Seiten teilt.

Unweit des Einkaufsparadieses befindet sich die Altstadt, die auch als „längste Theke der Welt“ bezeichnet wird. Es soll aber wirklich Touristen geben, die durch die Altstadt irren und eine extrem lange Theke suchen. Sie haben die Redewendung von Düsseldorfs Altstadt als „längste Theke der Welt“ offenbar nicht verstanden. Denn diese Bezeichnung ist nur symbolisch gemeint – für den Fall, dass man die Tresen von allen über 250 Kneipen aneinander stellen würde. Neben etlichen Kneipen und Brauereien gibt es auf einem halben Quadratkilometer auch Lounges, Cocktailbars, Elektroclubs oder auch Restaurants mit gehobenem Ambiente. Zentraler Anlaufpunkt ist die bekannte „Bolkerstraße“. Auf rund 300 Metern befinden sich über 50 Restaurants, Kneipen und Bars, von denen viele ihre zur Straße gelegenen Terrassen ganzjährig bewirtschaften. Zudem wird hier nicht nur am Wochenende gefeiert, hier in Düsseldorf fängt das Wochenende schon mittwochs an, die Altstadt lockt ihre Besucher nämlich mit unzähligen „After -Work Partys“. Ein Muss bei jedem Altstadt-Besuch ist das typisch Düsseldorfer „Altbier“, einfach nur „Alt“ genannt. Die Herstellung des Altbieres ist ziemlich speziell und eine der ältesten Brautraditionen der Welt, denn Brauen geht am Niederrhein – der Heimat des Altbieres – tatsächlich bis in die römische Antike zurück. „Alt“ bezieht sich auf die Brauart des Altbieres und gemeint ist, dass es sich um ein obergäriges Bier handelt. Altbier hat eine dunkelbraune bis rotbraune Farbe und schmeckt je nach Sorte mal mild, mal eher hopfig. Genau wie der Rivale aus Köln, das „Kölsch“ wird auch das Altbier aus 0,2-Liter-Gläsern getrunken. Ein typisch uriges Erlebnis bieten die wenigen verbliebenen Hausbrauereien, wie die Brauerei Schumacher, die ich besonders empfehlen kann. Neben dem Stammhaus in der Oststraße gibt es auch noch einen Standort in der Bolkerstraße.

Auf der Königsallee reihen sich die Luxus-Boutiquen aneinander.

Viele Star-Architekten haben im Medienhafen ihre Visitenkarte.

Zum neuen Szene-Treff der Rheinmetropole hat sich der MedienHafen mit seinen ungewöhnlichen Gebäuden entwickelt. Bei der Umgestaltung des alten Rheinhafens leisteten international renommierte Architekten wie Frank Gehry ihren fantasievollen Beitrag zum Gesamtbild. Denkmalgeschützte Lagerhallen stehen hier neben moderner Architektur. Die einmalige Hafenatmos- phäre ist überall spürbar. Auch der Rheinturm ist hier zu finden. Nicht nur in den Abendstunden ist er ein beliebter Szenetreff. Auf den zahlreichen Außenterrassen kann man die einzigartige Atmosphäre des MedienHafens genießen. Nach so viel Sightseeing bietet der Medienhafen auch genügend Orte zum Verweilen. Bei Düsseldorfern und Besuchern ist das Gebiet rund um die Kaistraße nämlich auch wegen des großen gastronomischen Angebots beliebt. In der Mittagszeit sind die Lokale und Bistros gut besucht. Nach Feierabend locken die zahlreichen Restaurants mit Blick auf den Hafen.
Helau! „Ausnahmezustand“ herrscht in der Stadt jährlich zu Fasching. Neben Köln und Mainz zählt Düsseldorf mit seinem Rosenmontagszug deutschlandweit zu den drei Hochburgen des Karnevals. Bereits einen Tag zuvor, am Karnevalssonntag, findet die Fastnacht statt, in der sich  tausende Narren in der Altstadt und Königsallee treffen, um ausgiebig das Faschingsfest zu begehen. Karneval endet auch in Düsseldorf am Aschermittwoch – und zwar mit einem Ritual: dem Einäschern des Hoppeditz, einer fiktiven Figur des Karnevals.
Düsseldorf ist auf jeden Fall immer eine Reise wert – und leicht erreichbar. Austrian Airlines fliegt von Graz mehrmals täglich direkt in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt.

Die Rheinuferpromenade lädt zum Spazieren und Verweilen ein.

Das „Alt“ ist eine typisch Düsseldorfer Bierspezialität.

Rund um die bekannte Bolkerstraße in der Altstadt fließt das „Altbier“ in Strömen.

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