Das slowenische Vipava-Tal ist die Heimat des fruchtigen „Zelen“

Die wundervollen Rosen an den Rebstöcken sind ein Frühwarnsystem zur rechtzeitigen Erkennung von Schädlingen. Die wundervollen Rosen an den Rebstöcken sind ein Frühwarnsystem zur rechtzeitigen Erkennung von Schädlingen.

von Dorian Krois
Das Vipava-Tal ist eine Landschaft der Sonne und des Weins, wo die Weinbautradition weit in die Vergangenheit zurückreicht und wo die Liebe zum Wein, zur Rebe und zum Leben von Generation zu Generation weitergegeben wird.

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Das Vipava-Tal umfasst etwa 2000 ha Rebfläche und ist eines der qualitativ besten Weinbaugebiete Sloweniens – hier mischen sich die Einflüsse des Mittelmeerraums mit denen des Kontinents. Die sonnigen Südhänge sind wie geschaffen für den Weinbau. Trotz des allgemeinen Fortschritts ist der Wein auch heute noch der größte Reichtum des Vipava-Tales, dessen schönstes Fest die Weinlese ist.
Der Zelen (Furmint) ist die autochthone Sorte des Vipavatals. Nachdem er vor gut 20 Jahren fast schon ausgestorben war, wird er nunmehr bereits wieder auf 60 Hektar angebaut. Die Weine sind weich und mild von der Säure her und verwöhnen mit feinen und fruchtigen Aromen. Einige Winzer des Vipava-Tals unter der Führung von Primoz Lavrencic (Weingut Burja)  haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen und vermarkten ihren biodynamisch produzierten „Zelen“ stolz mittels einer speziell kreierten Flasche, die die Reize des weiblichen Körpers wiederspiegeln soll.  Bis 2010 betrieben die Brüder Primoz und Mitja Lavrencic gemeinsam das Weingut Sutor im Vipava Tal. Dann machte sich Primoz mit dem Weingut Burja selbständig. Auf Anhieb erhielten seine Weine hervorragende Kritiken. Die Weingüter im Vipava-Tal sind eher kleinstrukturiert. Betrieben werden meist drei bis 6 Hektar. Eine Ausnahme ist der Gemeinschaftsbetrieb „Vipava 1894“ im Herzen der Stadt Vipava. Mit einer Eigenrebfläche von 300 Hektar und einigen Partner-Winzern werden jährlich bis zu 10 Millionen Liter Wein der Sorten Malvazija, Barbera, Merlot, Sauvignon usw. produziert. Somit der zweitgrößte Wein-Produzent Sloweniens. Auch wenn die Liebe hier eher der Quantität zugewandt ist, eine Besichtigung des gigantischen Weinkellers lohnt sich unbedingt.

Diese Zelen-Weinflasche ist dem weiblichen Körper nachempfunden.

Mediterranes Flair am Hauptplatz von Vipava.

Slowenien ist ein Pionier beim biodynamischen Weinbau. Der Verzicht von Zusätzen schont nicht nur die Umwelt, sondern reduziert auch den eventuellen Kopfschmerz am nächsten Morgen. Die Pflanzen sind widerstandsfähiger als beim konventionellen Weinbau und holen die ganze Kraft aus der Erde.
Vom diesjährigen Unwetter blieb auch das Vipava-Tal nicht verschont und die Winzer hoffen auf einen trockenen Herbst. Die Weinlese wird erst Mitte Oktober beginnen, um die Trauben noch etwas reifen zu lassen.
So groß die Gier nach frischem Sturm in der Steiermark auch ist und tausende „Sturm-Fans“ alljährlich auf die Weinstraßen lockt – in Slowenien ist der Verkauf von teilvergorenem Traubenmost eher unüblich.
Kulinarisches Highlight der Region ist das von Gault Millau mit zwei Hauben dekorierte Restaurant „Pri Lojzetu“ im Schloss Zemono vor dem Dorf Zemono, das zwischen Vipava und Ajdovscina liegt. (Infos: www. prilojzetu.com). Der mit einem Arkadengang umgebene mediterrane Bau ist einer der schönsten Panorama-Aussichtspunkte im Vipava-Tal. Der Blick aufs Nanosgebirge, die umliegende Weingärten und auf Karsthügel, ja, das hat was. Hausherr und Küchenchef Tomaž  Kavcic bringt Traditionelles neu interpretiert, für seine Gäste auf die Teller. Beim Servieren kommt dabei schon einmal etwas „Nebel“ auf. Die Liebe zu Trockeneis und einer Portion Extravaganz ist unverkennbar.

Köstliches Dessert im „Pri Lojzetu“.

Roastbeef-Strauß im Restaurant „Pri Lojzetu“.

Das Vipava-Tal ist in der Nähe von Nova Gorica.

Publiziert in Slowenien

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