Bad Héviz – Ein Naturwunder als Badesee

von Dorian Krois
Bad Hévíz, an der westungarischen Bäderstraße unweit des Balaton, ist die Kur- und Bäderstadt mit der längsten Tradition in Ungarn.

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Hauptanziehungspunkt ist der Bad Hévízer Heilsee, der weltweit größte, biologisch aktive Thermalsee. Die Quelle ist vulkanischen Ursprungs, das Thermalwasser erreicht im Sommer Temperaturen von bis zu 38 Grad und sogar im Winter sinkt die Temperatur nie unter 25 Grad, was die Seerosen hier das ganze Jahr über blühen läst. Rund 410 Liter frisches Wasser sprudeln pro Sekunde aus der Quelle. So erneuert sich das Wasser des 4,4 Hektar großen und 38 Meter tiefen Sees von Héviz etwa alle 48 Stunden. Somit badet man jeden zweiten Tag praktisch in einem vollkommen frischen Heilwasser. Dieses entspringt in 900 Metern Tiefe und ist rund 5600 Jahre alt. Der Grund des Sees ist mit dunkelgrauem Schlamm bedeckt. Die ein bis sieben Meter dicke Heilschlammschicht ist besonders reich an Schwefel und Mineralstoffen. Der Herkunft nach unterscheidet man zwischen vulkanischem Fango und Moorschlamm. Wenn im Winter das warme Wasser an der kälteren Luft verdampft, verwandelt sich der See zu einem großen Open-Air-Inhalatorium. Die Dämpfe wirken beruhigend auf die Stimmbänder. Und auch der Schlamm auf dem Seeboden hat heilende Wirkung. Er wird für physiotherapeutische Behandlungen und Schlammpackungen verwendet. Das Heilwasser durchfließt eine sieben Meter dicke Heilschlammschicht, die das Wasser mit einer ganz besonderen Mischung heilaktiver Mineralien und Substanzen anreichert. Wasser und Heilschlamm sind wertvoll für Patienten mit chronisch-entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen der Gelenke und des gesamten Bewegungsapparates. Ganz natürlich wirkt das Heilwasser auch gegen Osteoporose, eine meist altersbedingte Erkrankung des Stützapparates. Seit über 200 Jahren entspannen die Menschen ihre müden Glieder im Thermalwasser von Héviz. Zwar belegen Münzenfunde, dass die alten Römer schon die wohltuende Wirkung genossen, aber das erste Badehaus wurde erst 1795 von Graf Georg Festetics erbaut. Jährlich kommen abertausende Gäste zum See um ihn zu erleben oder ihn als Kurmöglichkeit zu nutzen. Bei den Besuchern handelt es sich längst nicht nur um europäische Besucher, da der See weltweit bekannt ist. Ergänzend dazu werden in Bad Hévíz Trinkkuren mit Thermalwasser, Heilmassagen, Heilgymnastik, magnetische und elektrische Physiotherapien, Licht- und Mechanotherapien, sowie natürlich das Unterwasser-Gewichtsbad, das vom Bad Hévízer Mediziner Dr. Károly Moll erfunden wurde, geboten.
Bis zum heutigen Tag hat sich Hevíz dem Tourismus, insbesondere natürlich dem Wellnesstourismus verschrieben. Nach Budapest ist der Kurort die Stadt mit den größten jährlichen Besucherzahlen. Angefangen von Pensionen bis hin zu Luxushotels steht den Gästen jegliche Auswahl zur Verfügung. Gleichzeitig hat sich auch die         Gastronomieszene stark mitentwickelt, wodurch regionale Weingebiete und landwirtschaftliche Betriebe in Restaurants und den Csárdas nationale und internationale Gerichte anbieten. Die modernen Wellnesshotels ringsum haben durchwegs selbst Thermalwasser und bieten neben Kuren zur Vorbeugung, Erholung und zum Stress-Abbau auch moderne Medical Wellness- und Spa-Behandlungen.
Die Hotel-Landschaft von Bad Hévíz bietet ein echtes Komplettangebot, sowohl für Kurgäste als auch für Familien gleichermaßen. Ein Tipp für Familien ist das Kolping Hotel Spa & Family Resort. Die großzügige Hotelanlage mit jeweils eigenem Wellnessbereich für Kinder und erholungssuchende Erwachsene, wurde vom weltgrößten Reiseportal „TripAdvisor“ in der Kategorie „Ungarns beliebteste familienfreundliche Hotels“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Das Preisgefüge Ungarns kommt den vielen Stammgästen aus Österreichern und Deutschland sehr entgegen. Für 100 Euro erhält man in Bad Hévíz Produkte und Dienstleistungen im Wert von 179 Euro.
Héviz hat aber noch weitaus mehr als nur den Thermalsee zu bieten. Entlang der Hauptstraße, die zu einer Promenade ausgebaut wurde, steht zum Beispiel die blaue Szentlélek Kirche, die mit ihren sieben Türmen beeindruckt. In direkter Nachbarschaft ist das Rathaus, welches einen schönen Hauptplatz mit einem malerischen Brunnen aufweist. Im äußersten Norden der Stadt befindet sich im Egregy Bezirk die römisch katholische Kirche, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Auch die römische Besiedlungszeit kann im römischen Ruinengarten oder im römischen Friedhof besser kennen gelernt werden. In der museologischen Sammlung nahe des Thermalsees werden verschiedene Sammlungen von Kunstobjekten und archäologischen Exponaten ausgestellt, die die Stadtgeschichte näher erläutern. Überaus sehenswert sind auch die geschichtlichen Villen, der Statuenpark oder das Pantheon der Stadt. So hat Héviz das ganze Jahr über Saison!
Infos unter www.heviz.hu/de.

Publiziert in Ungarn
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