Auf Goethes Spuren in Marienbad und Loket

von Hannes Krois Es war einmal....So fangen fast alle Märchen an. Das märchenhafte Marienbad (Marianske Lazne) präsentiert mit all den wunderbaren Gebäuden wahrlich kaiserliche Zeiten. Marienbad, eines der weltberühmten Kaiserbäder im nordwestlichsten Teil Tschechiens. Ein Katzensprung von Deutschland entfernt. In Marienbad spürt man inmitten der prächtigen Fassaden der Kurbäder und Hotels den romantischen Hauch einer glamourösen Geschichte. Mit dabei im Spiel der geschichtlichen Ereignisse in Marienbad auch Johann Wolfgang von Goethe. Der ausgeprägte Frauenliebhaber fand während eines längeren Kuraufenthaltes im Jahre 1821 im mondänen Marienbad eine nahezu verzehrende Leidenschaft zur erst 17jährigen Ulrike von Levetzow. Goethes Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Seinen Herzensschmerz drückte der Dichter in der sogenannten Marienbader Elegie aus. Des bairischen „Kini`s“ Komponist Richard Wagner fand in Marienbad ausreichend Muse, den weltberühmten „Lohengrin“ und die „Meistersänger von Nürnberg“ zu komponieren. Der Komponist Frederik Chopin verweilte in Marienbad im Jahre 1836 über ein Monat. Weniger die Kur, als verstärkt die glücklose Liebe zu Maria Wodzinska prägten den Aufenthalt des Weltkomponisten. An die Marienbader Zeit Chopins erinnern heute zahlreiche Denkmäler und das traditionell jährlich im August stattfindende Internationale Chopin Festival. Bis zum I. Weltkrieg traf sich in Marienbad permanent die kulturelle und politische damalige Welt. Demnach stellte sich der englische König Edward VII gleich neunmal für längere Kuranwendungen in Marienbad ein. Mit dabei zahlreiche Berater und Höflinge. Im Sinne der englischen Lebensart eröffnete Edward 1910 den Golfplatz. Somit heute der älteste in Tschechien. König Edward`s Kurraum sowie Kaiser Franz Josephs „Kaiserkabine“ sind noch intakt. Der Habsburger Kaiser verweilte im Jahre 1904 in Marienbad. Mit der Eröffnung der Eisenbahnverbindung von Marienbad nach Prag und Wien im Jahre 1872 bekam der Marienbader Kurtourismus einen gewaltigen Aufschwung. Im Kurbetriebsjahr 1893 zählte man rund 25.000 Kurgäste. Dazu jede Menge an Begleitpersonen. Marienbad selbst hatte im Jahre 1900 4.617 Einwohner. Davon 4.504 Deutsche und 25 tschechisch sprechende Personen. Marienbad mit seinen 40 heilenden Quellen entwickelte sich weiterhin zum weltberühmten Nobelkurort. Mit dem Kriegsjahr 1914 sollte in Europa kein Stein auf dem anderen bleiben. Das überwiegend deutsch besiedelte Sudetenland kam an die neu gegründete Tschechoslowakische Republik. Nach Kriegsende 1945 wurden die Deutschen aus dem Sudetenland vertrieben.
Heute präsentiert sich Marienbad mit blitzblank restaurierten Hotels und Kurbetrieben wiederum als Metropole der klassischen Kur. Die heilenden Wässer werden für Trinkkuren und Bäder verwendet. Dazu finden sich die modernsten medizinischen Anwendungen unter Einbindung von CO2 Heilgas, Moorpackungen, Inhalationen usw. Mit all den verschiedenen Indikationen der Heilquellen ist Marienbad gegen alle inneren Krankheiten(Verdauung, Stoffwechsel, Eisenmangel, Blutdruck, Thrombosen, sexuelle Funktionsstörungen, Unfruchtbarkeit usw.) eine erfolgreiche Adresse. Anerkannt auch bei Atemwegserkrankungen und Wirbelsäulen- und Gelenksleiden. Verstärkt suchen sich zudem immer mehr Menschen bei Nervenkrankheiten und Stress Erholung bei einem Marienbader Kuraufenthalt. Mit den wunderschönen historischen Gebäuden, den gepflegten Parkanlagen und den zahlreichen Kultur- und Sportmöglichkeiten zeigt sich Marienbad höchst attraktiv. Für den Kurgast gibt es zahlreiche Möglichkeiten, in dieser großartigen Stadt voll Atmosphäre und historischem Flair ein wenig zu entschleunigen. Verführerisch sind die zahlreichen Kuchenvitrinen mit den glanzvollen Torten, Krapfen und Strudeln. Die böhmischen Köchinnen und Zuckerbäckerinnen waren für ihre Kulinarik immer schon berühmt. Einzigartig ist die bauliche Verbindung der auf Hochglanz gebrachten Kurhotels im Zentrum der Kurstadt. Eine sprichwörtliche Meisterleistung der Danubius Hotels Group. Demnach hier eingebunden die prächtigen Kurhotels Hvezda, Imperial und Neapol. In baulicher Verbindung über einen Zentralgang mit dem Kurhotel Maria Spa und dem Spa Resort Centralni Lazne. Über einen Korridor wiederum verbunden mit dem Casino und dem Spa Resort Nove Lazne. Diese Prunkbauten ab dem Jahr 1828 wurden mit sehr Aufwand restauriert, beinhalten alle Kureinrichtungen, inklusive Wellness, Sauna usw. Weiters befinden sich die Speisesäle und Cafe`s sowie die zahlreichen Zimmer und Suiten in perfekter Ausstattung. Eine Parkgarage ist  vorhanden. www.danubiushotels.de. Auf den amourösen Spuren des Geheimrates Wolfgang von Goethe verlassen wir Marienbad durch gepflegte Naturlandschaften in Richtung Norden. Die mittelalterliche Stadt Loket ist das Ziel. Ähnlich wie bei Wasserburg der Inn, zieht sich bei Loket (deutsch Ellbogen) die Eger in einer Schleife rund um die mittelalterliche Stadt. Eine märchenhafte mittelalterliche Stadt, die speziell den 30jährigen Krieg (1618-1648) durchleiden mußte. Über der Stadt befindet sich die alte Burg. Eine Burg, die sich jeder Modelleisenbahner wünschen würde. Ein höchst romantischer Platz. Goethe pflegte hier einige Liebschaften und feierte hier auf einer Gaststättenterrasse (Hotel Bily) seinen 74. Geburtstag. Loket ist heute noch geprägt von alten handwerklichen Geschäften und besonders von zahlreichen Gaststätten mit außerordentlich süffigen Bieren. Demnach besuchten wir das Bierlokal St. Florian www.hotel-loket.cz. Ein uriges historisches Lokal mit den selbstgebrauten Spitzenbieren Helles Lager, Dunkles, Rauchbier und Rubin-Spezial. Als „Bierbegleitung“ herrliche regionale Gerichte der deftigen Art. Die herzliche Hotel-Wirtin Lojinova steht mit vollem Einsatz in ihrem Betrieb. Seit Jahren kommen immer mehr Gäste aus Deutschland. Wegen der Biere, der Speisen und der Wirtin, die über das mittelalterliche Ellbogen (Loket) soviel zu erzählen weiß. Loket steht inmitten einer herrlichen Naturlandschaft. Die Eger ladet zum wildromantischen Bootfahren. Das Naturschutzgebiet Kaiserwald bietet zahlreiche Wanderwege und Radstrecken. Weiters gibt es hier im Blickfeld der Burg ein Seilkletterzentrum und unweit entfernt eine Motocross-Strecke.

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Die mittelalterliche Stadt Loket (Ellbogen) mit der Burg ist ein Juwel.

Die Hauptkolonnade von 1889 nach den Planern Miksch und Niedzielsky.

Das Römerbad bietet sicher ein besonderes Erlebnis.

Die Fiaker und die Atmosphäre der Kaiserzeit beleben Marienbad.

Publiziert in Tschechien

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