Kulturhauptstadt Breslau ist „Blume Europas“

Blick vom Park Plaza Hotel auf Oder und Altstadt. Im Vordergrund die alte Universität mit der wunderschönen Aula Leopoldina. Blick vom Park Plaza Hotel auf Oder und Altstadt. Im Vordergrund die alte Universität mit der wunderschönen Aula Leopoldina.

Breslau... Einstens preußische und deutsche Metropole. Heute polnische Kulturhauptstadt.


Das Kriegsjahr 1945 hatte der Stadt den Atem geraubt. Die Stadt war zerstört. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben oder von den Sowjets verschleppt. Im Gegenzug kamen die bei den Sowjets unbeliebten Polen aus dem einstigen Galizien und Lemberg.  Heute teilweise Ukraine. Auch die Professoren der Lemberger Universität kamen nach Kriegsende nach Breslau. In einer der ältesten Universitäten Europas mit der Aula Leopoldina wurde die Polnische Universität installiert. Das deutsche Breslau wurde gleichzeitig zum polnischen Wroclaw. Doch in Breslau hat die kulturelle und politische Intelligenz alle Abgründe der kommunistischen Jahre wesentlich überlebt. Deshalb ist man hier nicht beleidigt, wenn speziell deutsche Besucher ausschließlich von Breslau sprechen. Die Stadt hatte nun einmal vorrangig deutsche Wurzeln. Eine polnische Bevölkerung sowie auch eine jüdische war ebenso immer vorhanden. Kultur und Lebensfreude prägen die Stadt bis in die Gegenwart. Es waren schlußendlich die Breslauer, die ihre Stadt zur kulturellen Hochburg mobilisierten. Es war dann nur noch ein administrativer Akt, daß Breslau im heurigen Jahr zur Kulturhauptstadt wurde. Breslau ist eine höchst lebendige Stadt. Eine Stadt zum Feiern und zum Verlieben. Eine Stadt mit Geist, Vergangenheit und Zukunft. Eine Stadt ohne aufgesetzter Dekors, dafür mit viel Symbolkraft. Und was Kulinarik und Ausgehmeile betrifft, ist Breslau unschlagbar. Warum also nicht einmal in diese wunderschöne Stadt mit so viel Geschichte und gleichzeitig jugendlichem Flair? Flüge gibt es mit der LOT, der Lufthansa und AUA. Wer allerdings gerne individuell unterwegs ist, der kann die über 700 Kilometer Strecke von Graz nach Breslau auf  ausschließlich gut ausgebauten Autobahnen über Tschechien herunterspulen. Etwas über sieben Stunden Fahrtzeit. Ein ideales Hotel gleich neben Oder und Altstadt ist das Park Plaza Hotel (www.hotelepark.pl). Eine modern gestaltete Hotelanlage mit schönen Zimmern und bestem Blick zur Universität mit der Aula Leopoldina aus dem Jahre 1702. Dazu mit ausgezeichneten regionalen Spezialitäten der Kulinarik Schlesiens im Hotel-Restaurant. Unter der Aufsicht von Küchenchef Zbigniew Kozlik gibt es ganz spezielle Menüs und herrliche Einblicke in die Breslauer Küche. Kozlik arbeitet mit anderen Spitzenköchen an der weiteren Veredelung alter Rezepte aus der Region. Ein Wunderland für alle, die es ein wenig deftiger haben wollen. Borschtsch, Ente, Gans, Krautsuppe, Piroggen, Gulasch, Stelzen, Räucherkäse usw. mag so manches Herz erwärmen. Dazu die herrlich süffigen Biere, die es zu außerordentlich günstigen Preisen gibt. Auf dem Rynek, dem alten Marktplatz, reiht sich ein Restaurant, ein Bistro, Cafe und Pub an das andere. Hier kann man sich kulinarisch durchkosten durch alle Möglichkeiten der polnischen, schlesischen, ukrainischen, italienischen, asiatischen und jüdischen Küchen. Ein wahres kulinarisches „Feuerwerk“ das ganze Jahr über. Höchst empfehlenswert sind das Restaurant Bernard mit eleganten Klassikern und das Brauhaus Spiz im historischen Keller des spätgotischen Rathauses. Hier fließt buchstäblich das selbstgebraute Bier. Dazu die Köstlichkeiten der Breslauer Hausmannskost. Der Marktplatz mit all seinen historischen Nebenstraßen ist speziell an den sommerlichen Wochenenden eine einzige Festmeile. Die jüngeren Breslauer und die gut 130.000 Studenten durchleben die Breslauer Nächte in den zahlreichen Discos, Pubs und Nachtclubs. Breslau ist eine reale Spaßmeile geworden. Die Touristen bevölkern eher die Bierlokale. Die Breslauer Nächte dauern vielfach lang. Gefeiert wird auch traditionell an den Ufern der Oder. Wohl bemerkt vorrangig im geordneten Rahmen. Schlußendlich ist man ja in der Kulturhauptstadt Europas. Überall in der Breslauer Altstadt fallen die niedlichen Zwergfiguren aus Bronze auf.  Jedenfalls kein Dekor oder irgendwelche Heinzelmännchen. Es sind Symbolfiguren der sogenannten „Orangen Alternative“, der Bürgerrechtsbewegung gegen die kommunistische Staatsmacht. Die putzigen Zwerge sind Geschichtskultur pur und heißen auf polnisch „Krasnale“. Mehr als 300 der Breslauer Zwerge gibt es. Noch mehr als die Zwerge fallen die Breslauerinnen auf. Von Natur aus mit den Gaben außergewöhnlicher Schönheit bestückt, wissen sie sich mit textilem Chic zu kleiden. Lebensgroße Tierfiguren aus Bronze findet man im Stare Jatki, dem alten Schlachthof aus dem 13. Jahrhundert. Heute ist die Straße höchst romantisch und voller Kunstgalerien. Kultur und Wissen verbindet die alte, vom Habsburger-Kaiser Leopold gestiftete Universität. Die original erhaltene Aula Lepoldina ist ein europäisches Kulturerbe. Etwas Ruhe und Gelassenheit bietet die Dominsel direkt an der Oder. Bemerkenswert die gotische Kathedrale St. Johannes und der Bischofspalast. An den Wochenenden stauen sich hier die Hochzeiten. Ein wenig außerhalb vom Zentrum steht die Jahrhunderthalle. Ein Bauwerk aus dem Jahre 1913 und bis heute eine bauliche Sensation und Weltkulturerbe. Breslaus Zentrum und speziell der mittelalterliche Marktplatz zählen zu den allerschönsten Plätzen Europas. In den 30er Jahren entwickelte sich Breslau mit zahlreichen Bauten der Moderne zu einem baulichen Juwel. Besondere Beachtung fand das einstige Warenhaus Wertheim mit den damals allerersten Rolltreppen ganz Schlesiens. Nach einer aufwendigen    Restaurierung ist heute das Haus Heimstätte für elegante Markengeschäfte und Cafés. Nicht umsonst wurde über viele Jahrhunderte Breslau als Blume Europas bezeichnet. Blumen benötigen Wasser. Demnach hat die Stadt mehr als 100 Brücken und zwölf Inseln. Eine Wasserstadt mit zahlreichen Booten, auf denen Romantiker und Touristen Breslau aus einer anderen Dimension erleben. Breslau ist Polens viertgrößte Stadt und vorrangig von der Universität geprägt. Intellektuelle, Literaten und Künstler prägen somit das gesamte Stadtbild. Kultur-Highlights finden in allen Bereichen statt. Ein Treffpunkt ist das Neon-Museum. Kein Museum im klassischen Sinn, sondern ein Treffpunkt für Partygänger, die coole Retroszenen lieben. Breslau ist als Kulturhauptstadt 2016 in seinem Selbstbewußtsein nochmals aufgeblüht. Zeit, dorthin zu fahren...

Das alte Rathaus inmitten des Marktplatzes ist das Wahrzeichen.

Beschauliche Atmosphäre auf der Dominsel beim Bischofspalast.

Die Johanniskathedrale steht oftmals im Zeichen der Hochzeiten.

Für Wursttiger sind die deftigen polnischen Würste einfach top.

Publiziert in Polen

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