Der „Katschi“ ist das Schneeloch zwischen Kärnten und Salzburg

Beim traditonellen Lungauer Noriker-Bewerb sieht man die stämmigen Pferde mit zahlreichen historischen Schlitten und altem Brauchtum. Beim traditonellen Lungauer Noriker-Bewerb sieht man die stämmigen Pferde mit zahlreichen historischen Schlitten und altem Brauchtum.

Der Schnee liegt hoch. Ein Glitzerwunder auch im Februar, wenn die Sonnenstrahlen am vielfach ultrablauem Himmel über die weiße Landschaft streifen.

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Die Winter sind hier lang. Die Nächte ziemlich kalt. Die Tage trotz der Sonne in den Tallagen nicht viel wärmer. Der Lungau im „Salzburgerischen“ ist der geographische Kühlschrank Österreichs. Mit der winterlichen Kälte haben die Menschen zu Leben gelernt. In all den Jahren, als die Katschberghöhe noch die Grenze zwischen dem Herzogtum Kärnten und dem Erzbistum Salzburg war. Eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen dem adriatischen Raum und den Handelsstädten in all den „deutschen Landen“. Eine traditionelle Straßenverbindung schon seit der Römerzeit. Die Zolleinhebung an den Grenzen machte Städte und Märkte reich. Wie etwa Mauterndorf. Doch die Menschen in der Einöde des Lungaues brauchten Holz zum Heizen, deftiges Essen und den Glauben zum Überleben. In den Sommermonaten entfaltet sich der Lungau zu einer Speisekammer der Natur. Die fleißigen Hände der Bauern bestellen seit jeher die Felder und beteten zu Gott, daß kein Unwetter die Ernte und somit das Überleben bedroht. Seit Gedenken sind die Noriker-Pferde die allerbesten Freunde der hier lebenden Menschen. Kräftige, große Pferde, die Holzstämme, Pflüge, Kutschen und alle Transporte über viele Jahrhunderte bewältigten. Pferde, die durch den hohen Schnee stapfen und bislang alles gezogen haben: Kranke, Tote, Hochzeitspaare und Kirchgänger. Die strengen Winter und der viele Schnee waren früher eine hohe Bürde für all die hier lebenden Menschen. Im Jahre 1816 wurde das damals Fürstbischöfliche Bistum Salzburg nach dem Wiener Kongreß an das Kaiserliche Habsburg-Reich Österreich eingebunden. Somit war auf der Katschberghöhe die Grenze weg. Dafür war im gleichen Jahr 1816 der Hilfspriester Joseph Mohr in Mariapfarr im Tal unweit vom Katschberg höchst erfinderisch. In der eisigen Kälte seines Kammerls schrieb der Hilfspriester den wohl allergrößten Hit der Christenheit. Nämlich „Stille Nacht-Heilige Nacht“. Ein Text, der ohne Internet, sondern lediglich mit den Herzen die Christenheit weltweit beflügeln konnte. Franz Xaver Gruber vertonte damals den Text. So bekam Weihnachten mit diesem Lied und mit dem Weihnachtsbaum eine ganz andere Dimension. Zeitgleich und dennoch vollkommen getrennt, machte in Wien Erzherzog Karls Gattin Henriette von Nassau den Tannenbaum zum Kultfaktor „Weihnachtsbaum“. „Stille Nacht-Heilige Nacht“ und der Weihnachtsbaum sind seit 1816 der weihnachtliche Kult-Mittelpunkt in nahezu jeder christlichen Familie. Ein Siegeszug von „Stille Nacht“ und Weihnachtsbaum weltweit sondergleichen. Im Stille Nacht-Museum im Wallfahrtsort Mariapfarr gibt es eine Extra-Wissensportion über Hilfspriester Joseph Mohr und „Stille Nacht-Heilige Nacht“.
Die Sonnenterrasse bei der Hotel-Apartmentanlage „Das Alpenhaus“ liegt auf der Katschberghöhe auf 1640 Meter. Während sich in den Tallagen der winterliche „Lungauer Kältesee“ auf Minus 15 Grad ausgebreitet hat, finden sich in der Wintersonne auf der Alpenhaus-Terrasse Plusgrade ein. Die Bänke auf der sonnigen Terrasse sind gefüllt mit Skifahrern. Eine Pause zwischen den Abfahrten mit Tee oder auch Stiegl-Weisse vom Faß ist hier höchst beliebt. Zahlreiche Liftanlagen auf den Aineck (2220 Meter) und Tschaneck (2030 Meter) und sorgsam präparierte Pisten haben den Katschberg zum Winterwunder für die Schifahrer gemacht. Trotz allgemeiner Klimaprobleme ist der „Katschi“ noch ein richtiges Schneeloch. Mittendrin im Geschehen der Skifahrer steht „Das Alpenhaus“ www.alpenhaus-katschberg .at. Philipp Reichenberger, ein begnadeter Hoteldirektor und langjähriger Freund, präsentierte mir das bei Familien so beliebte 4-Stern-Haus. Die 34 Ferienapartments in verschiedenen Größen sind mit voll funktionsfähiger Küche top ausgestattet. Von Gläsern bis zur Bratpfanne alles vorhanden. Nach dem Skifahren sind Hallenbad und die höchst modern gestaltete Saunaanlage sehr gefragt. Etwas abseits von Alpenhaus hat sich auf der Katschberghöhe ein belebtes Hoteldorf entwickelt. Mittendurch geht die Landesgrenze Salzburg-Kärnten. „Nebenbei“ zum Skifahren kann man hier auch ideal heiraten. Auf der Gamskogelhütte befindet sich das höchstgelege Standesamt auf immerhin 1850 Meter. Auf 1670 Meter produziert Bierbrauer Chris- toph Hofmayer das „Katschbeer“. Mittendrin im höchst beliebten Pizza-Restaurant „Stamperl“ als allerhöchste Gasthausbrauerei. Die Gäste fühlen sich rund um die Braukessel höchst wohl. Gut 1000 Liter werden in dem Braugasthaus täglich produziert. Absatzprobleme bei den herrlichen vier Biersorten gibt es keinesfalls. Wenn irgendwann doch am Katschberg der Frühling einmarschiert, dann breitet sich das „Wanderervolk“ hier in der herrlichen Luft aus. Zusätzlich zum „Katschbeer“ gibt es auf dem Katschberg die Lungauer Spezialitäten: Käse, Speck, Schnaps, Schafbraten, Rahmkoch, Bauernkrapfen und den Lungauer „Eachtling“. Eine höchst schmackhafte Erdäpfelsorte, die auf 150 Hektar im Lungau angebaut wird. Ordentlich Speck und „Eachtling“ ist wohl auch die deftige Ernährung der sogenannten Samson-Träger im  historischen Markt Mauterndorf. Der Samson ist eine Riesenfigur, die bei diversen Feierlichkeiten von einem sehr kräftigen Mann durch Mauterndorf getragen wird. Eine Hetz und traditionelle Schinderei zugleich. Mauterndorf ist ein historisch höchst attraktiver Ort. Schon in der Römerzeit gab es hier eine vielfach genutzte Römerstraße. Im Mittelalter wurde Mauterndorf erstmals 1002 urkundlich erwähnt. Schlußendlich wurde Mauterndorf zum allerersten Handelsplatz im Lungau. Über dem Markt thront die alte Ritterburg, die seit 1968 dem Land Salzburg gehört. In der Burggeschichte war von 1894 bis 1939 ein Berliner Militärarzt der Burgbesitzer. Dieser Hermann von Epenstein war auch der Patenonkel von Hermann Göring. Somit erhielt Göring in Folge die Burg geschenkt und war somit Burgherr von 1939 bis 1945.
Zahlreich sind die historischen Gasthäuser. Von Feinschmeckern gesucht ist das sogenannte Mesnerhaus. Ein 3-Haubenlokal mit regionaler Bodenhaftung und ein kulinarisches Aushängeschild von Mauterndorf. Nach diesem Abstecher nach Mauterndorf ruft wieder der sonnige „Katschi“. Auf geht´s!

Von der Alpenhaus-Sonnenterrasse genießt man den Blick auf die Pisten.

Von der Alpenhaus-Sonnenterrasse genießt man den Blick auf die Pisten.

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