Korsikas „Esel“ – bekannt wie ein „bunter Hund“

Traumhafter Blick von der Wallfahrtskapelle Notre Dame de la Serra auf Calvi und die Zitadelle. Traumhafter Blick von der Wallfahrtskapelle Notre Dame de la Serra auf Calvi und die Zitadelle.

von Ulrike Krois
Soeben auf dem beschaulichen kleinen Flughafen Sainte Catherine in Calvi gelandet, wird unsere kleine Journalistengruppe von Wolfgang, unserem Guide für die nächsten Tage, willkommen geheißen und ab geht’s zum „Esel“.

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Wenige Minuten und zwei Kreisverkehre weiter, erreichen wir unser Ziel. Das Feriendorf „Zum störrischen Esel“ entstand aus einem Zeltlager des Alpenvereins, gegründet 1959. Nun ist es ein kleines Paradies auf rund 7 ha. Zweckmäßig ausgestattete Bungalows, Chalets und auch Wohnzelte inmitten mediterraner Vegetation. Kurz hineingesprungen in den Swimmingpool, auch der feinsandige Strand ist nur ca. 300 Meter entfernt und eine kleine Runde durchs Dorf, um sich einen Überblick zu verschaffen, dann treffen wir uns schon im Restaurant zum Abendessen. Auffallend ist sofort der große Anteil an Stammgästen, die vom deutschsprachigen Personal auf das Herzlichste begrüßt werden. Das reichhaltige Buffet  lässt keine Wünsche offen und hält auch korsische Gerichte bereit. Anschließend auf einen Absacker in die „Bergerie“, wo Grete Müller auf uns wartet. Die Ehegattin des Gründers und Seniorchefs Kurt Müller, war maßgeblich an der Entwicklung der verschiedensten Touren und Ausflüge beteiligt und begleitet auch heute noch zahlreiche Gruppen. Wer sonst könnte schon so spannend  und reich an Anekdoten erzählen über den gemeinsamen Lebenstraum Korsika. Für den Aktivurlauber, speziell in der Vor-und Nachsaison bieten sich unzählige Möglichkeiten mit den Guides die  nähere und weitere Umgebung zu erkunden. Ob mit Bus, Bike oder  auf Schusters Rappen, von der leichten Wanderung bis zur hochalpinen Bergtour. Selbstverständlich gibt es in den Ferien eigene Kinder-u. Familienprogramme und der Badespaß soll natürlich auch nicht zu kurz kommen. Am nächsten Morgen starten wir pünktlich um 8 Uhr, Saint Florent ist unser Ziel, auch das  „Saint Tropez Korsikas“ genannt. Entlang der Steilküste passieren wir pittoreske Dörfer, hinter jeder Kurve fantastische Ausblicke und Fotomotive. Im kleinen Hafen von Saint Florent wartet schon unser Schiff, das uns in halbstündiger Fahrt zur Plage du Lotu bringt. Ein Traumstrand! Aber nicht genug, macht uns Wolfgang neugierig auf die Plage de Saleccia! Nach eineinhalbstündiger Klippenwanderung, ich schwöre, dass ich das Wegschild mit Zeitangabe nicht gesehen habe, fühlen wir uns in die Karibik versetzt und entern das türkisblaue Meer, die „Tortur“ hat sich gelohnt! Es geht sich gerade  noch ein kleiner Spaziergang durch „Saint Tropez“ aus und wir bestaunen die vielen kleinen Geschäfte und einladenden Cafes des wirklich zauberhaften Ortes. Am nächsten Tag trennt sich die Spreu vom Weizen! Die „Bergfexe“ unter uns brechen frühzeitig mit Wolfgang auf, um den Hausberg von Calvi, den Capu di a Veta zu erklimmen. Als ich abends das Foto mit dem Gipfelkreuz sehe, kann ich nur sagen: Respekt! Gott sei dank darf ich mit Christel ins Fangotal fahren! Eine bessere Begleitung hätte man sich nicht wünschen können. Die frankophile Christel  zeigt uns die verschiedensten Kräuter der Macchia und ihre Begeisterung für Korsika ist aus jedem Satz zu hören. Wir fahren zu Anais Ohl, einer studierten Landwirtin, die seit 10 Jahren auf einem abgelegenen Bauernhof in wirklicher Handarbeit  Ziegenkäse produziert. Wir sehen ihr bei der Herstellung von Brocciu zu. Man nennt ihn auch den König der korsischen Käse, eigentlich ein Frischkäse aus der bei der Käseherstellung verbliebenen Molke. Anais verkauft ihren Brocciu AOC und gereiften Ziegenkäse nur gegen Vorbestellung an ausgewählte Kunden und  Gastronomie. Für unser geplantes Picknick im Fangotal, bekommen wir noch köstlichen Käse mit. Was übrigens nichts mit „morgens Fango, abends Tango“ zu tun hat, der Namensgeber ist der Fluß, der sich durch das Tal schlängelt. Zauberhaft gelegen zwischen dem Golf von Galeria und dem Bergmassiv Paglia Orba. Der Fluss hat die Felsbrocken  in seinem Bett so glatt geschliffen, dass sich herrliche Gelegenheiten zum Sonnenbaden ergeben. Abkühlung versprechen dann die Badegumpen. Ein Paradies für Wanderer, sei es der anspruchsvolle Fernwanderweg GR 20 oder die gemütlicheren Wanderwege „Mare e Monti“ und „Mare a Mare“. Hier zeigt sich, dass Korsika seinen Beinamen „Gebirge im Meer“ zu Recht trägt. Wieder zurück an die Küste, bieten sich traumhafte Ausblicke auf die Strände zwischen dem Golf de Galeria bis zum Golf de Calvi mit der Italienerbucht, wo Aga Khan ursprünglich sein berühmtes Resort  bauen wollte, aber man sich weigerte zu verkaufen, so dass er auf die Nachbarinsel Sardinien ausgewichen ist. Wir gönnen uns einen Kaffee im U Nichjaretu in Calenzana, nicht nur wegen der köstlichen Kuchen, wir kosteten natürlich die Brocchiu-Tarte, sondern auch wegen der unschlagbaren Aussicht aufs Meer, unbedingt einen Besuch wert! Dann ein letzter Abstecher hinauf zur Kapelle Notre Dame de la Serra. Von dort hat man einen grandiosen Ausblick auf Calvi und seinem Wahrzeichen die Zitadelle. Weiter schweift unser Blick nach Lumio. In dem kleinen Bergdorf verbrachte Lätitia Casta bei ihrem Vater viele Sommer. Im Alter von 15 Jahren wurde sie dann von einer Modelagentur am Strand entdeckt. Der krönende Abschluss  dieses erlebnisreichen Tages ist dann ein Abendessen im  Strandrestaurant „On dine“. Ein wundervoller Sonnenuntergang entschädigt unsere „Bergfexe“ für die Mühen des Tages. Sehr empfehlenswert dort die Moules-frites. Dazu ein Glas eisgekühlter Rosé, Herz was willst du mehr! An unserem Abreisetag haben wir noch Gelegenheit, Calvi auf eigene Faust zu entdecken. Gemütliche 20 Spazierminuten immer am Strand entlang, war die Besichtigung der Zitadelle ein Fixpunkt. Auch ein Eis an der Uferpromende  des Hafenviertels La Marine ging sich noch aus. Schnell noch hinein in ein Spezialitätengeschäft in den engen Gassen der Altstadt, um die typisch korsischen Mandelkekse Canistrelli und Lonzu (geräuchertes Schweinefilet) und eine Flasche Rosé aus dem Weingebiet Patrimonio zu kaufen. Beim Abflug mit dem Rhomberg-Charter nach Wien, waren sich alle einig – die Ile de Beauté hat uns in ihren Bann gezogen!

Die sogenannte Italienerbucht wurde zum Glück nicht an Aga Khan verkauft.

Das Fangotal – ein Paradies für Wanderer.

Guide Wolfgang Auer mit dem „Störrischen Esel“.

Das Feriendorf liegt in einer der schönsten Regionen Korsikas.

Köstliche Muscheln im gemütlichen Strandrestaurant „On dine“.

An der Plage de Saleccia fühlt man sich wie in der Karibik!

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